beitrag

BLOG · 06.09.2026

Fünf Wochen Abgabe: eine erste Bilanz

beitrag.jpg
artikel.txt

Als wir am 31. Juli zum ersten Mal die Tür zu unserer Abgabestelle geöffnet haben, lag ein ganzes Jahr Vorbereitung hinter uns: Satzung, Antrag, Nachforderungen, Sicherheitskonzept, Vor-Ort-Kontrolle, Anbau. Und dann stand plötzlich das erste Mitglied vor uns, legte den Ausweis auf den Tisch – und all die Aktenordner der letzten Monate wurden zu etwas Greifbarem.

Fünf Wochen später ist ein guter Moment, um kurz innezuhalten.

Der Anfang war ruhiger, als wir dachten

Ehrlich gesagt hatten wir mit mehr Trubel gerechnet. Stattdessen lief der erste Abgabetag erstaunlich geordnet ab: Die meisten kamen über den Tag verteilt, die Kontrolle von Mitgliedschaft und Ausweis dauerte pro Person nur wenige Minuten, und es gab keine Situation, die wir nicht im Griff hatten.

Dass es so ruhig blieb, hat vor allem zwei Gründe. Erstens haben unsere Mitglieder mitgedacht – viele haben vorab reserviert, sind pünktlich gekommen und haben Rücksicht auf die Nachbarschaft genommen. Zweitens hatten wir den Ablauf vorher mehrfach durchgespielt. Beides hat sich ausgezahlt.

Was wir gelernt haben

Der Ausweis ist nicht verhandelbar. Ohne Mitgliedsnachweis und amtlichen Lichtbildausweis dürfen wir nichts abgeben – das schreibt das Konsumcannabisgesetz vor, und wir halten uns ohne Ausnahme daran. Umso schöner, dass wir diese Regel bisher kein einziges Mal durchsetzen mussten: Alle, die zu uns gekommen sind, hatten ihre Papiere dabei. Das erspart allen Beteiligten eine unangenehme Situation – bitte behaltet das bei.

Dokumentation braucht Zeit. Jede Abgabe wird erfasst: Menge, Sorte, Datum, geprüfte Mitgliedschaft, ausgehändigter Informationszettel. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und für uns auch der Kern von seriöser Arbeit. Wir haben unseren Ablauf inzwischen so eingespielt, dass die Erfassung kaum noch Wartezeit erzeugt.

Freitag allein reicht nicht. Die Rückmeldung, die wir am häufigsten bekommen haben: „Freitagnachmittag schaffe ich nicht.“ Berufstätige, Schichtarbeitende, Menschen mit Kindern – für viele war der eine Termin schlicht ungünstig.

Deshalb öffnen wir jetzt zweimal pro Woche

Seit dem 1. September sind wir zusätzlich dienstags von 9 bis 14 Uhr für unsere Mitglieder da. Der Freitagstermin bleibt wie gewohnt bestehen. Damit verteilt sich der Andrang, es entstehen weniger Wartezeiten, und wer werktags früher Zeit hat, muss nicht mehr bis zum Wochenende warten.

Wer möchte, kann seine Abholzeit vorab über unsere Mitglieder-App reservieren. Ein Muss ist das nicht – ihr könnt jederzeit auch einfach vorbeikommen.

Wie es weitergeht

Im Anbau läuft der zweite Durchgang bereits. Er ist am Tag nach unserer ersten Abgabe in die Blüte gestartet, mit neuen Genetiken und einer wichtigen Umstellung: Wir haben unsere Produktion vollständig auf Kokossubstrat umgestellt. Unser Anbauleiter Julian verspricht sich davon eine gleichmäßigere Nährstoffversorgung und ein besseres Ergebnis in Aroma und Blütenqualität.

Der erste Durchgang war für uns eine Lehrstunde. Die Hitzewochen gegen Ende der Blüte haben uns gezwungen, etwas früher zu ernten als geplant. Trotzdem sind wir mit dem Ergebnis zufrieden – und wissen jetzt genau, an welchen Stellschrauben wir beim nächsten Mal drehen.

Auch abseits des Anbaus geht die Arbeit weiter. Unsere Präventionsbeauftragte Claudia steht allen Mitgliedern für Fragen rund um Konsum, Risiken und Beratungsangebote zur Verfügung – vertraulich und ohne Umwege. Prävention ist für uns keine Pflichtübung, sondern der Grund, warum wir diesen Verein überhaupt gegründet haben: Wer konsumiert, soll wissen, was er konsumiert, und im Zweifel eine Ansprechperson haben.

Danke

Fünf Wochen sind keine lange Zeit, aber genug, um zu merken: Es funktioniert. Danke an alle Mitglieder für das Vertrauen, die Geduld an den ersten Tagen und das ehrliche Feedback. Genau davon lebt ein Verein.

Wir sehen uns dienstags oder freitags.

Maik, für den Vorstand des CannabisTreff e.V.

mitglied_werden

Mitglied werden

Aufnahme jederzeit möglich, keine Wartezeit. Keine Aufnahmegebühr, kein Monatsbeitrag.

Mitglied werden
Zurück zum Blog